Objektive Fotografie
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Meine Fotografien verfolgen die Darstellung einzelner architektonischer Objekte und deren Situierung in ihrem urbanen Umfeld.
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Hierbei verfolge ich eine distinkte Linie der Fotografie, deren ästhetischer Kern seit den Anfängen des Mediums unverändert geblieben ist: Vertrauen in die Aussagekraft der sichtbaren Wirklichkeit und ihrer Phänomene. Dieses Vertrauen erkennt in den Dingen eine Schönheit und einen Ausdruck, denen am besten eine möglichst genaue und unverfälschte Darstellung im fotografischen Bild gerecht wird. Diese Auffassung der Fotografie überschreitet kaum die Grenzen realer Gegebenheiten weshalb für sie der „exakte Ausdruck zum schönen Ausdruck“ wird (Ref.1).
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In diesem Sinn hat auch Hella Becher formuliert: „Warum sollte ich meine Stimmung und Gefühle auf etwas übertragen, das für sich sprechen kann?“ (Ref. 2). Dieses Bildverständnis wird von einer Reihe von Fotografen in der Gegenwart, namentlich in Deutschland und den USA weiterhin geteilt.
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Durch Detailtreue und handwerkliche Präzision versuche ich die Objekte selbst zum Sprechen zu bringen. Hierbei arbeite ich mit einer 8’x10’Fachkamera für die notwendige Detailtreue. Um die Lichtstimmung zu vereinheitlichen und den Blick auf das Objekt zu lenken, fotografiere grundsätzlich nur wenn der Himmel bedeckt ist. Hierdurch erscheint das Licht diffus und lässt keine Schatten auf den Dingen entstehen, die wiederum eine eigene Wirklichkeit ausbilden würden.
Als Resultat erfahren wir die Objekte in einer ruhigen majestätischen Klarheit vor unserem Auge.
Ref 1: Stephen Shore, Photographs, Katalog des John and Mable Ringling Museum of Art, Sarasota, Florida, 1981, S.9
Ref 2: Hilla Becher, zitiert nach dem Film Contacts Hilla and Bernd Becher von Jean-Pierre Krief, KS visions, Paris.
